Das Mainzer Rad, der Publikumspreis von FILMZ, dem Festival des deutschen Kinos, geht in diesem Jahr an den Film „Kahlschlag“ von Patrick Tauss. Der Gewinner des Kurzfilmpreises ist „37 ohne Zwiebeln“ von André Erkau. Die Preise wurden als Abschluss des Mainzer Filmfestivals am Sonntagabend im vollen Capitol-Kino verliehen. Das Mainzer Rad ist eine Statue, die Juwelier Richard Weiland II. entworfen und gestaltet hat. Der Preis ist dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der Stadt Mainz. Der Kurzfilmpreis ist dotiert mit 500 Euro, die die Produktionsfirma Kontrastfilm zur Verfügung stellt.
„Film + Publikum = Kino“: Diese Definition von Roland Klick könnte auch als Motto für FILMZ gelten. An fünf Festivaltagen vom 29. November bis 3. Dezember konnte FILMZ mit 42 Programmpunkten und 72 Gästen (Regisseuren, Schauspielern, Produzenten und weitere Filmschaffende) insgesamt 3.047 Zuschauer anlocken. Ein Publikum, das begeistert war von den Filmen und von der Atmosphäre des Festivals, das neun deutschsprachige Filme aufführte, die zuvor nicht im Kino gelaufen waren.
Publikumspreis für „Kahlschlag“
Patrick Tauss, Regisseur des Gewinnerfilmes „Kahlschlag“, wurde von der Meldung seines Sieges überrascht. Am Sonntagabend noch machte er sich auf den Weg nach Mainz, um aus den Händen von Juwelier Richard Weiland II. das Mainzer Rad in Empfang zu nehmen. „Ihr seid Wahnsinn! Bei FILMZ hatte ich mein bisher bestes Publikum“, erklärte Tauss bei der Preisverleihung hocherfreut.
Auch die Veranstalter von FILMZ sind sehr zufrieden. „FILMZ war in diesem Jahr größer und bunter als je zuvor“, erklärte Mitorganisator Guido Lukoschek. „Mit seinen zahlreichen Neuerungen und Highlights wie der Dokumentarfilmreihe oder der Roland-Klick-Rückblende hat das Festival 2006 einen großen Sprung gemacht. Die neue Vielfalt wurde hervorragend angenommen, Filmschaffende und Publikum feierten zusammen ein Fest.“
Vielfältiges Rahmenprogramm
Erstmals wurden bei FILMZ neun Dokumentarfilme vorgestellt, die Rückblende widmete sich dem Regisseur Roland Klick, der auch in einem Symposium in Zusammenarbeit mit dem filmwissenschaftlichen Institut der Uni Mainz gewürdigt wurde, in einer Autorenlesung stellte Schriftsteller Tobias O. Meißner seinen Romanzyklus „Hiobs Spiel“ vor, in einem weiteren Programmpunkt wurden zwei längere Dokumentarfilme von Mainzer Filmemachern präsentiert. Dazu kamen die schon traditionellen Programmpunkte wie Podiumsdiskussion, Mainzer Rolle und Drehbuchlesung. Die hohen Besucherzahlen und die begeisterten Rückmeldungen von Publikum und Filmemachern zeigen, dass FILMZ als Festival des deutschen Kinos nicht mehr aus der Kulturlandschaft Rhein-Main wegzudenken ist.
Auch Roland Klick, der Stargast der diesjährigen Retrospektive, zeigte sich von FILMZ begeistert und notierte: „’Film + Publikum = Kino’ hab ich wohl irgendwo einmal geschrieben. Selten hat sich dies so heiter bewahrheitet wie hier, auf dem kuschelfroh versonnenen Filmfest in Mainz. Selten auch kamen mir von Seiten der Macher soviel Freude und warmherzige Intelligenz entgegen – selten auf verspielten Straßen und Plätzen soviel schöne Mädchen wie hier am weise mäandernden, alten Rhein.“
Die FILMZ-Organisatoren freuen sich über dieses Lob, das Roland Klick spendete; und wir freuen uns, über 3.000 Menschen das junge deutsche Kino nähergebracht zu haben. FILMZ, das Festival des deutschen Kinos, wird im nächsten Jahr voraussichtlich vom 28. November bis 2. Dezember in Mainz stattfinden.

