Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

24.11.2010 Rückblende

Noch heute ist uns die um 1100 geborene Benediktinerin und Mystikerin Hildegard von Bingen ein Begriff. Wer war diese Frau, die schon zu Lebzeiten als Heilige verehrt wurde? In stimmungsvollen, dunklen und ruhigen Bildern erzählt „Vision“ vom Alltag der Frauen im Kloster, von mütterlichen und liebevollen Beziehungen. Schon früh erlebt Hildegard (überzeugend porträtiert von Barbara Sukowa) religiöse Visionen und entschließt sich, diese niederzuschreiben. Ihre Gabe führt zu einer Auseinandersetzung mit dem Klerus, sie können nicht glauben, dass eine Frau für göttliche Botschaften auserwählt worden ist. Aus der Bevölkerung schlägt ihr allerdings Verehrung entgegen und auch der Erzbischhof in Mainz unterstützt sie. Sie setzt die Gründung eines Frauenklosters in der Nähe von Bingen durch, dort wirkt sie als Äbtissin und Heilkundige und widmet sich ihren Büchern und Kompositionen.

Ob sie nun ihre Visionen machtstrategisch einsetzt oder aus reinem Glauben handelt, ist nebensächlich; wichtig ist, dass Hildegard von Bingen gegen die Erwartungen ihrer von Männern dominierten Umwelt ihren Eingebungen nachgeht. Margarethe von Trotta war 2007 Rückblende-Gast bei FILMZ. Schon immer hat sie sich in ihren Filmen starken Frauen gewidmet (z.B. „Die Bleierne Zeit“, 1981). Auch Hildegard von Bingen inszeniert sie nun als komplexe Heldin, emanzipiert, egozentrisch, intelligent und liebevoll.

Vorfilm

  • Die Beichte

    D 1990 // 11 Min. // Jochen Kuhn

    Jochen Kuhns Beitrag zur Wiedervereinigung: Der Papst und Erich Honecker nehmen einander die Beichte ab.

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