Die Taube auf dem Dach

Die Taube auf dem Dach

27.11.2010 Rückblende

Auf einer Baustelle im Süden der DDR, wo ein moderner Plattenbau entsteht, lernt die junge und selbstbewusste Bauleiterin Linda Hinrichs (Heidemarie Wenzel) zwei ganz unterschiedliche Männer kennen – den Baubrigadier Hans Böwe (Günter Naumann) und den jobbenden Studenten Daniel (Andreas Gripp): Der eine kantig, aber gefühlvoll, der andere zierlich, aber impulsiv; der eine will sich endlich niederlassen, der andere ist im Aufbruch begriffen. Allen drei gemeinsam ist unabhängig von Alter und Erfahrung die Suche nach einem Platz in der Gesellschaft.

Iris Gusner, zur Entstehungszeit einzige Regisseurin im DEFA-Studio für Spielfilme, reflektiert in ihrem Debüt die Widersprüche zwischen Ideal und Wirklichkeit, utopistischem Anspruch und Realität. Ein „Gegenwartsfilm“, der in einer kulturpolitischen Phase der Liberalisierung begonnen wurde, aber zu einer Zeit in die Kinos kommen sollte, als die politischen Schranken bereits wieder enger gezogen waren. Folglich wurde ihm die Aufführung verweigert, nur eine Arbeitskopie blieb erhalten. Im Oktober 1990 konnte er erstmals gezeigt werden, danach verloren sich erneut alle Spuren des Materials. Erst 2010 gelang es, den wiedergefundenen Film zu rekonstruieren.

Die Rückblende widmete 2005 ihre Reihe dem DEFA-Spielfilm.

Vorfilm

  • Die Beichte

    D 1990 // 11 Min. // Jochen Kuhn

    Jochen Kuhns Beitrag zur Wiedervereinigung: Der Papst und Erich Honecker nehmen einander die Beichte ab.

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