Kurz vor Schluss

28.11.2010 Rückblende

„Wo ist die Uhr?“ – „Hier.“ – „Wie spät?“ – „Noch 28 Stunden. Morgen um acht. Alle Tabletten.“ Micky und Burkhard wollen ihrem Leben ein Ende setzen. Kurz vor Schluss lassen sich die beiden unaufgeregt durch die Stadt treiben: Zu Geliebten, zum Kickern in die Kneipe, zum Hafen. In einem Café weckt Micky, der mittlerweile beharrlich schweigt, aber umso mehr durch Missachtung von Anstandsregeln auffällt, das Interesse einer jungen Frau.

„Kurz vor Schluß“ wird getragen durch die besondere Ausstrahlung und das Miteinander der beiden Hauptfiguren: Unaufgeregt, lakonisch, mürrisch, manchmal herrlich arrogant, nölig und wortkarg – ein makaber-komischer Film über Sprache und Sprachlosigkeit. Sprachlosigkeit, die hier eher als Befreiung denn als Last empfunden wird.

„Das alles wirkt scheinbar locker hingetupft, wie beiläufig gedreht“ (Sybille Simon-Zülch), ist aber Ausdruck eines präzise arbeitenden Regisseurs, der darüber hinaus in mehreren surrealen Tagtraumsequenzen seine Herkunft aus Kunst und Malerei eindrücklich bezeugt.

Die Rückblende widmete 2003 ihre Reihe „ZDF –Das kleine Fernsehspiel“.

Vorfilm

  • Immer weiter

    D 1984 // 30 Min. // Jochen Kuhn

    Über das fröhliche Kunstschaffen in postmoderner Zeit.

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