„Keine Angst“ gewinnt im Langfilmwettbewerb/ Kurzfilmwettbewerb erneut ausverkauft
Sechs Tage pralles Kinoprogramm mit jungen deutschsprachigen Filmen, mehr als 100 Filmemachern, buntem Rahmenprogramm, Ehrengast Mario Adorf und fast 6000 Besuchern – kurzum: FILMZ 2009 war ein voller Erfolg. Im Langfilmwettbewerb um den mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreis „Das Mainzer Rad“ setzte sich „Keine Angst“ von Aelrun Goette in der Gunst der Zuschauer gegen elf weitere Filme durch. Aus dem beliebten Kurzfilmwettbewerb ging „Nicht nur der Himmel ist blau“ von Erik Schmitt, Oliver Walser und Stephan Müller als strahlender Sieger hervor.
„Die Änderungen in diesem Jahr haben sich bewährt, der sechste Tag wurde vom Publikum gut angenommen, ebenso das Schulkino“, resümierte Daniel Nedelka von der Festivalleitung zufrieden. Auch der Mainzer Kulturdezernent Peter Krawietz zeigte sich äußerst begeistert – die Landeshauptstadt agierte in diesem Jahr erstmals als Veranstalterin des Festivals: „Tolle Filme, gute Stimmung, ein sehr bekannter Ehrengast in der Rückblende – FILMZ hat alles, was ein gutes Kinofest ausmacht. Ganz besonders möchte ich den Mitarbeitern des gemeinnützigen Vereins Brainstream danken, der als Ausrichter einmal mehr sehr gute Arbeit geleistet hat.“
Und “Das Mainzer Rad” geht an …
Die beiden jungen Schauspielerinnen Michelle Barthel und Carolyn Sophia Genzkow von „Keine Angst“ nahmen am Sonntagabend im ausverkauften Residenz-Kino das von der Landeshauptstadt Mainz gestiftete Preisgeld von 1.000 Euro sowie die vom Mainzer Juwelier Richard Weiland gestaltete Trophäe „Das Mainzer Rad“ entgegen. „Dieser Film liegt uns unglaublich am Herzen und wir möchten der wunderbaren Regisseurin Aelrun Goette ganz herzlich danken“, freuten sich Michelle Barthel und Carolyn Sophia Genzkow, denen es angesichts der Auszeichnung fast die Sprache verschlug. Das Rennen um den ersten Platz war denkbar knapp: Auf Platz zwei landete mit „13 Semester“ (Frieder Wittich), der diesjährige Eröffnungsfilm des Festivals. Der dritte Platz ging an „Das große Glück sozusagen“ von Alexander Stecher.
Im Kurzfilmwettbewerb nahm Oliver Walser für „Nicht nur der Himmel ist blau“ das Preisgeld in Höhe von 500 Euro, gestiftet von der Mainzer Produktionsfirma Kontrastfilm, entgegen. „Ich werde gleich eine sms nach Berlin schreiben – die sind alle schon neugierig, wie es für uns gelaufen ist“, verriet der Schauspieler und Regisseur. Der zweite Platz im Kurzfilmwettbewerb ging an „Amoklove“ von Julia C. Kaiser, dritter wurde „Betty B & the the’s“ von Felix Stienz.
Auch die Gewinner der restlichen FILMZ-Wettbewerbe wurden am Sonntagabend im Residenz gefeiert: Beim Drehbuch-Pitching konnte sich die Jury nicht für einen Gewinner entscheiden und teilte kurzerhand den Preis. Florian Eichinger bekam für sein Filmkonzept zu dem Familiendrama „Nordstrand“ 300 Euro. Den Gutschein für die Teilnahme an dem Kurs „Figurenentwicklung“, gestiftet vom DrehbuchCamp e.V., konnte Jurymitglied Tidi von Tiedemann Sönke Andresen für dessen Konzept „Flug nach Unterleutersheim“ überreichen. Beiden wird noch die Trophäe in Form der gläsernen FILMZ-Flamme nachgereicht.
Bereits am Samstagabend, direkt im Anschluss an die Filmreihe, wurde der Gewinner der Rhein-Main-Rolle im Capitol-Kino bekannt gegeben: „Marivanna“ von Olga Petrova wurde mit dem 1. Preis, 250 Euro und einer Trophäe vom Stein Studio Inge Griss gekürt. Zweiter wurde Tim Bollinger mit „Between“ (150 Euro), „Horst“ von Wolf-Tassilo Sack lag in der Gunst des Publikums auf Rang drei (100 Euro).
Noch mehr FILMZ-Zuschauer
Mit fast 6000 Zuschauern konnte FILMZ, das 2009 neben den Spielstätten Residenz, CinéMayence und CineStar auch wieder im Capitol stattfand, erneut eine Steigerung der Besucherzahlen erreichen. „Ein tolles Vorzeichen für unsere Jubiläumsausgabe im nächsten Jahr“, freute sich Linda Kujawski von der Festivalleitung schon auf das 10. FILMZ – Festival des deutschen Kinos 2010. Von dem weiteren Tag profitierte auch die Dokureihe, deren Filme erstmals wiederholt werden konnten.
Eine nicht wegzudenkende Veranstaltung war auch in diesem Jahr das Stummfilmkonzert. In stilvollem Rahmen verfolgten am Samstagabend in der Altmünsterkirche 222 Besucher „Die weiße Hölle vom Piz Palü“ von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst. Erneut begeisterte Carsten-Stephan Graf von Bothmer an der Kirchenorgel. „Eine Mainzer Gala, die vom Jazz über den Spundekäs’ bis zur Kirchenorgel alles bot“, strahlte Urs Spörri von der Festivalleitung.
Ein besonderer Höhepunkt des Festivals ist die Rückblende, die in diesem Jahr mit sechs Filmvorstellungen, einer Galaveranstaltung, einer Lesung und einem Gespräch besonders üppig ausfiel. Im Mittelpunkt stand mit Mario Adorf einer der namhaftesten Schauspieler Deutschlands. Adorf ließ es sich nicht nehmen, an fünf der sechs Festivaltage persönlich anwesend zu sein „Ich wünsche dem Festival eine weitere erfolgreiche Zukunft, dass es noch größer und bedeutender wird, als es ohnehin schon ist. Und wenn ich irgendetwas dazu beitragen kann, so werde ich das sehr gern tun“, versprach der preisgekrönte Schauspieler und Autor.
Das 10. FILMZ – Festival des deutschen Kinos findet voraussichtlich vom 23. bis zum 28. November 2010 statt.