Magische 5000er Grenze bei Besucherzahlen geknackt / Mainzer Rad an „Vom Atmen unter Wasser“
Mehr Filme, mehr Filmemacher und noch mehr Besucher – so lautet die Bilanz des diesjährigen FILMZ, Festival des deutschen Kinos. Im Langfilmwettbewerb um den mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreis Mainzer Rad setzte sich „Vom Atmen unter Wasser“ gegen die neun Konkurrenzfilme durch und konnte mit einem hauchdünnen Vorsprung auf „Die zweite Frau“ den ersten Platz behaupten. Sieger des Kurzfilmwettbewerbs ist „Regenbogenengel“ von Anna Kasten. Insgesamt waren mehr als 100 Filmemacher nach Mainz gereist, um persönlich Rede und Antwort zu ihren Filmen zu stehen und den persönlichen Kontakt mit den Zuschauern aufzunehmen. Und die kamen zahlreich: Mit 5230 Besuchern konnte der Rekord von 2007 (damals waren es 4360 Besucher) nochmals getoppt werden. Ob kurz, lang oder mittellang, Doku- oder Spielfilm, lokal oder national – mehr als 70 Filmveranstaltungen sorgten bei FILMZ 2008 für Unterhaltung.
Vom Atmen unter Wasser” Gewinner des Langfilmwettbewerbs
„Das ist der erste Preis, den wir für unseren Film bekommen und es ist besonders toll, dass es auch noch ein Publikumspreis ist,“ freute sich Winfried Oelsner, der Regisseur von „Vom Atmen unter Wasser“ über den Gewinn des FILMZ-Publikumspreises für den besten Langfilm. Zusammen mit Drehbuchautorin und Lebenspartnerin Lisa-Marie Dickreiter nahm Oelsner am Sonntagabend im ausverkauften Residenz-Kino das von der Stadt Mainz gestiftete Preisgeld von 1.000 Euro sowie die vom Mainzer Juwelier Richard Weiland gestiftete Trophäe „Das Mainzer Rad“ entgegen.
Die strahlende Gewinnerin des Kurzfilmpreises Anna Kasten zeigte sich überwältigt: „Seinen kleinen Film auf dieser riesig großen Leinwand präsentierten zu können vor so vielen Menschen – das ist das größte, was passieren kann.“ Für „Regenbogenengel“ erhielt sie als Preisgeld 500 Euro, gesponsert von der Mainzer Produktionsfirma KONTRASTFILM sowie die FILMZ-Flamme als Trophäe. Den zweiten Platz belegte „Arbeit für alle“, dritter wurde „Nenn mich einfach Tobi B.“. Und es gab noch mehr Gewinner an diesem Abend im Residenz: Sebastian Weyland überzeugte die fachkundige Jury von seinem Filmkonzept „Simon Kemal Kernoszitski Ötztürk; Familie verpflichtet!“ und konnte den Preis, 300 Euro, eine FILMZ-Flamme sowie ein professionelles Lektorat entgegennehmen. „Im Grunde haben alle heute gewonnen, denn von 70 Einreichungen zu den fünf ausgewählten zu hören, das ist schon ein Erfolg,“ machte Tidi von Tiedemann von der Firma KONTRASTFILM als eines der Jurymitglieder auch den anderen Autoren Mut, ihre Ideen umzusetzen.
Bereits am Samstagabend, direkt im Anschluss an die Filmreihe, wurde der Gewinner der Rhein-Main-Rolle bekannt gegeben: Der 1. Preis, 250 Euro und eine Trophäe, entworfen von Stein Studio Inge Griss, ging an „Geigensolo“ von Karin Malwitz. Zweiter wurde „Janek“ von Piotr. J. Lewandowski (150 Euro), „Der Geburtstag“ von Carla Muresan und Stefan Sick lag in der Gunst des Publikums auf Rang drei (100 Euro). Auch die Dokumentarfilmreihe, die seit drei Jahren fester Bestandteil von FILMZ ist, konnte Erfolge vermelden. „Wir haben den Schnitt der Besucherzahlen im Dokumentarfilmbereich halten können“, berichtete Ümit Uludag von der Festivalleitung. Besonders erfreulich sei der noch intensivere Austausch zwischen den Filmemachern und dem Publikum gewesen.
Erneuter Besucherrekord bei FILMZ
Mit insgesamt 5230 Zuschauern konnte FILMZ, das 2008 nun zum zweiten Mal in den drei Haupt- Spielstätten Residenz, Cinémayence und CineStar stattfand, erneut eine Steigerung der Besucherzahlen erreichen. „Wir haben die magische 5000er Grenze geknackt. Nun gilt es, dieses hohe Niveau zu halten – denn zu toppen ist das nicht mehr,“ resümierte Leitungsgruppenmitglied Dr. Christoph Nuehlen und spielte damit auf das überausverkaufte Residenz-Kino am Sonntagabend an. 50 Kurzfilm-Interessierte mussten leider das Nachsehen
haben, da das Residenz – mit 538 Plätzen der größte Mainzer Kinosaal – förmlich aus allen Nähten platzte.
„Die harte Arbeit des letzten Jahres schlägt sich nicht nur in den Besucherzahlen, sondern auch in der Zufriedenheit unserer Gäste und Zuschauer nieder,“ betonte Jakob Fuhr von der Festivalleitung, der sich darüber freute, dass FILMZ als Plattform für deutsche Produktionen so gut angenommen wird.
Gut angenommen wurde auch das Stummfilmkonzert, das in diesem Jahr erstmals in der Altmünsterkirche lief. In stilvoller Atmosphäre verfolgten am Samstagabend mehr als 200 Menschen Murnaus „Faust – eine deutsche Volkssage“ und lauschten der musikalischen Begleitung durch Carsten-Stephan Graf von Bothmer an der Kirchenorgel. „Es war ein gelungener Abend voller Film und Musik“, fasste Urs Spörri vom FILMZ-Team zusammen. Sein besonderer Dank geht an die Altmünsterkirche, die extra für FILMZ sogar das Aufstellen des Weihnachtsbaums verlegt hatte.
Ein besonderer Höhepunkt des Festivals ist die Rückblende, die sich in diesem Jahr dem Regisseur und Produzenten Peter Schamoni widmete. Schamoni selbst besuchte das Festival von Freitag bis Samstag. „Ich bin fasziniert, dass junge Leute ohne Bezahlung aus Eigeninitiative ein Festival dieser Größenordnung auf die Beine stellen,“ so der preisgekrönte Filmemacher.
Das nächste FILMZ findet voraussichtlich vom 25. bis zum 29. November 2009 statt.