KARA KAFA
TR 1979 | Korhan Yurtsever | 82 MIN. | OmU
Komplizierte Hoffnungen einer neuen Heimat
Cafer stammt aus der Türkei, arbeitet jedoch in Deutschland und entscheidet sich, seine Familie ebenfalls zu sich nach Deutschland zu holen. Die Familie erhofft sich, der in ihrem Dorf vorherrschenden Armut entfliehen zu können. Als Cafers Frau dann jedoch langsam Teil einer Frauenbewegung wird, sein älterer Sohn sich isoliert und seine Tochter sich um das neugeborene Familienmitglied kümmern muss, fängt Cafers Hoffnung an zu bröckeln und er sieht sich mit ungeahnten Herausforderungen in seiner neuen Heimat konfrontiert.
KARA KAFA ist ein Meisterwerk des migrantischen Kinos, das mit seiner einzigartigen Perspektive auf die Arbeiterbewegungen der 1980er Jahre bis heute aktuell bleibt. Durch die behandelten Themen wurde die ursprünglich geplante Aufführung des Films vom türkischen Zensurkomitee verboten und gegen den Regisseur Korhan Yurtsever wurde Anklage erhoben, was ihn dazu trieb, nach Berlin ins Exil zu fliehen. Erst vor kurzem tauchte dann das verschollene 35mm-Originalnegativ wieder auf und wurde daraufhin vom türkischen Filminstitut zur Restaurierung bereitgestellt.
Durch seine Handlung sowie auch durch seine Geschichte verknüpft KARA KAFA somit die Themen von Arbeit & Klasse mit der Filmbeziehung zwischen Deutschland und der Türkei und zeichnet sich dadurch als ein multiperspektivischer Teil unseres diesjährigen Programms aus.
Regie: Korhan Yurtsever | Drehbuch: Levent Ersin, Zehra Ipsiroglu, Bülent Oran | Produktion: Korhan Yurtsever | Schnitt: Korhan Yurtsever | Ton: Kutay Derin | Besetzung: Betül Asçioglu, Savas Yurttas, Cüneyt Kaymak
