CHESS OF THE WIND
IR 1976 | Mohammad Reza Aslani | 100 Min. | OmeU
Muschelkino (Sommer)

Jahrzehntelang verbotener feministischer Gothic-Thriller
Aghdas trauert über den Tod ihrer Mutter im prunkvollen Anwesen ihrer Aristokratenfamilie. Als querschnittsgelähmte Erbin erscheint sie als ein leichtes Ziel für die Männer, die auf das Vermächtnis aus sind. Seien es ihr Verlobter, Familienangehörige oder Kreditgeber: Aghdas wehrt sich gewaltsam zusammen mit ihrer treuen Bediensteten gegen Manipulationen und Angriffe auf ihre Freiheit, während im Garten Wäscherinnen über die Ereignisse im Hause spekulieren und die kuriose Vergangenheit der Familie aufgedeckt wird.
CHESS OF THE WIND besticht durch seinen feministischen und queeren Thematiken sowie radikale Appelle zur Emanzipation. Aufgrund seiner kritischen Haltung und dem Aufruf zum gewaltsamen Widersetzen gegenüber der diktatorischen Monarchie des ehemaligen Shahs wurde der Film nach der iranischen Revolution verboten. Lange galt der Film als verschollen; erst 38 Jahre später fanden die Kinder des Regisseurs die Originalnegative in einem Trödelladen in Teheran. Bis zu seiner Restaurierung in 2020 blieb der Film daher weitestgehend ungesehen, glänzt nun aber als ein verlorengeglaubter Schatz des iranischen Kinos wieder mit seinen gemäldehaften Szenerien.
Regie: Mohammad Reza Aslani | Drehbuch: Mohammad Reza Aslani | Kamera: Houshang Baharlou | Schnitt: Abbas Ganjavi | Musik: Sheida Gharachedaghi | Besetzung: Fakhri Khorvash, Mohammadali Keshavarz, Akbar Zanjanpour, Shohreh Aghdashloo, Shahram Golchin
CHESS OF THE WIND © Fondazione Cineteca di Bologna