DO YOU LOVE ME

Antifaschistische libanesische Essay-Doku
Auch in diesem Jahr treffen im Muschelkino die diesjährigen Arbeiten des Symposiums und des Spotlights in einem gemeinsamen Film aufeinander. DO YOU LOVE ME verbindet das Thema „Film als antifaschistische Praxis – Demokratie und Widerstand“ mit dem Fokus auf deutsch-libanesisches Kino und reiht sich damit in das intersektionale und multiperspektivische Semesterprogramm des Muschelkinos ein.
In ihrem Langfilmdebüt nimmt uns die libanesische Regisseurin Lana Daher auf eine spielerische und persönliche Reise durch die audiovisuellen Erinnerungen des Libanon mit. Der Film formuliert eine Art Liebesbrief a Beirut, der Hauptstadt Libanons – eine Stadt, die immer wieder angegriffen wird und dennoch nie untergeht. Dabei stützt sie sich auf 70 Jahre Film, Fernsehen, unzählige Heimvideos, Fotos, Podcasts und Musik und erforscht dabei die kollektive Psyche eines Landes, das von Freude, Intimität, Zerstörung und Verlust geprägt ist.
Der Libanon verfügt über kein eigenes nationales Archiv. So bleibt DO YOU LOVE ME in seiner Erzählstruktur bewusst fragmentarisch, lässt Bürger:innen, Filmschaffende und Künster:innen selbst sprechen und setzt weniger auf erklärende Zusammenhänge als auf Stimmungen und Eindrücke. Damit kann der Film als ein kreativer Ausdruck von Widerstand, Erneuerung und Mittel der Bewahrung von Erinnerungen gelesen werden.
Regie: Lana Daher | Drehbuch: Lana Dager, Qutaiba Barhamji | Produktion: Jean-Laurent Csinidis, Lana Daher | Schnitt: Qutaiba Barhamji
DO YOU LOVE ME © Rapid Eye Movies